Ein sanfter, weil sehr unterhaltsamer Einstieg in die erste Schulwoche wurde unseren Schülerinnen und Schülern gleich am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien vom White Horse Theatre beschert.

Die erste Vorstellung am frühen Vormittag begeisterte unsere Fünft- und Sechstklässler mit allem, was sich zwei Kiddies so einfallen lassen, um ihre allein erziehenden Eltern davon abzuhalten, sich ernsthaft näherzukommen. The slug in the shoe, die Nacktschnecke im Schuh, bildete dabei den Schlusspunkt, der ihre Sabotageakte krönen sollte. Ihr eigentliches Ziel gerät ihnen dabei unversehens aus den Augen, denn: Beim gemeinsamen Pläneschmieden entdecken sie, dass sie sich eigentlich recht gut leiden mögen, und dass einem Zusammenschluss ihrer beiden Familien eigentlich nichts im Weg steht, auch wenn Jungs auf den ersten Blick kindisch (?) und Mädchen zickig (?) sind.

engl theatre 1 The slug in the shoe

engl theatre 2 The slug in the shoe

 Die zweite Aufführung des Tages brachte unter dem Titel Move to Junk ein sehr viel ernsteres Thema für die siebten bis neunten Klassen auf die Bühne: Es ging um Cybermobbing - ein Phänomen, das mit der Allgegenwart der digitalen Medien Einzug gehalten hat und leider immer wieder eine traurige Realität darstellt.

Am Beispiel der 15-jährigen Amanda, die neu in die Klasse kommt und sich statt für Makeup, Shopping und Jungs eher für Fußball interessiert, wird eindringlich vermittelt, unter welchen psychischen Druck das Mädchen gerät, das schnell als Außenseiterin abgestempelt wird: Ein Klassenkamerad verbreitet im Internet kompromittierende Fotos, die er natürlich eigenhändig mit Photoshop bearbeitet hat, und versieht sie mit ihrer Telefonnummer. Stuart, der einzige, der zu ihr hält und ihr moralische Unterstützung leistet, genießt in der Klasse Autorität und wird zudem von Mädchen umschwärmt, doch auch er kann die Eskalation nicht verhindern, die in den Anrufen einer Roboterstimme gipfelt, die Amanda nahelegt, doch endlich zu verschwinden. Amanda ist verzweifelt und weiß keinen Ausweg. Ihren Eltern kann sie sich nicht anvertrauen, da diese mit sich selbst beschäftigt sind: Sie leben getrennt, und Amandas Mutter muss sich in erster Linie um ihre jüngeren Schwestern und um ein finanzielles Auskommen kümmern. Der Schuldige wird schließlich identifiziert, doch er bleibt uneinsichtig: Das alles sei doch einfach "just a joke - nur ein Spaß. Das Ende bleibt offen, doch eines wird unmissverständlich klar: Mobbing im Netz lässt sich nicht ungeschehen machen und wie Stuart zutreffend bemerkt, stellt es einen Straftatbestand dar, der juristische Konsequenzen hat.

engl theatre 3 Move to Junk

engl theatre 4 Move to Junk

Beide Stücke fanden bei unseren Schülerinnen und Schülern großen Anklang. Für die Unterstufe erschloss sich die Handlung durch das ausdrucksstarke Spiel und den kurzweiligen, pointierten Verlauf, der mit vielen Lachern belohnt wurde, während die fortgeschrittenen Lerner der jugendnahen Thematik auf einem sehr angemessenen sprachlichen Niveau problemlos folgen konnten. Nicht zuletzt waren die jugendlichen Schauspieler wie immer gerne bereit, sich im Anschluss an die beiden Stücke den vielfältigen Fragen ihrer Zuschauer zu stellen und für das eine oder andere Foto zu posieren.

Wir dürfen uns auf weitere Vorstellungen freuen.
Ein großes Dankeschön für die gelungene Organisation geht an StD Thomas Zarges.

StDin Margot Dörr