Am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium, wo Latein als erste Fremdsprache unterrichtet wird, können die Schülerinnen und Schüler im Pflichtunterricht folgende Qualifikationen erreichen:

1. „Kenntnisse in Latein" (im Jahreszeugnis der 7. Jahrgangsstufe mindestens Note „ausreichend")

Die Bestätigung von „Lateinkenntnissen" erfolgt im Jahreszeugnis der 7. Klasse und setzt die Fähigkeit voraus, Schulbuchtexte in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen und wiederzugeben.

2. „Kleines Latinum" oder „gesicherte Kenntnisse in Latein" (im Jahreszeugnis der 9. Jahrgangsstufe mindestens Note „ausreichend")

Das „Kleine Latinum" bestätigt die Fähigkeit, einfacherer Prosatexte (z.B. Nepos oder Cäsar als Autoren der 9. Klasse) zu übersetzen und in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen.

3. Latinum (im Jahreszeugnis der 10. Jahrgangsstufe mindestens Note „ausreichend")

Die Zuerkennung des Latinums bestätigt die Fähigkeit des Schülers, inhaltlich anspruchsvollere lateinische Originaltexte (z. B. Cicero) in Aufbau und sprachlicher Gestaltung zu erfassen und ins Deutsche zu übersetzen. Das Latinum entspricht dem früheren "Großen Latinum".

Für Schülerinnen und Schüler, die nach der 9. Klasse Latein zugunsten einer vierten, spätbeginnenden Fremdsprache ablegen wollen oder aufgrund eines längeren Auslandsaufenthalts kein Jahreszeugnis der 10. Jahrgangsstufe erhalten, gibt es die Möglichkeit, durch das Ablegen einer sogenannten Feststellungsprüfung, das Latinum und damit den höchsten Schulabschluss in Latein dennoch zu erhalten.

Die Feststellungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Schriftlich ist ein "inhaltlich anspruchsvollerer" Cicero-Text von ca. 110 lateinischen Wörtern zu übersetzen. Für die Prüfung darf - wie generell ab der 10. Jahrgangsstufe - ein zugelassenes Wörterbuch verwendet werden. Die Arbeitszeit beträgt 90 Minuten.

Der mündliche Teil besteht aus einem 20-minütigem Prüfungsgespräch. Grundlage ist hier ein lateinischer, inhaltlich anspruchsvollerer Cicero-Text von etwa 50 Wörtern. Die Vorbereitungszeit zu dem Gespräch beträgt 30 Minuten. Dieser Teil kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten durch die mündliche Jahresfortgangsnote der 9. Klasse ersetzt werden. Bei dieser Wahl ist es wichtig, mit der jeweiligen Lehrkraft der 9. Jahrgangsstufe vor der Anmeldung Kontakt aufzunehmen, um zu erfahren, mit welcher Note die Latinumsnote berechnet wird.

Bestanden ist die Feststellungsprüfung, wenn die doppelte Wertung der Übersetzung zusammen mit der Note des mündlichen Teils (oder der Jahresfortgangsnote der 9. Klasse) nach entsprechender Division mindestens eine ausreichende Leistung (≤ Note 4) ergibt (Gewichtung schriftlich : mündlich = 2 : 1). Voraussetzung ist außerdem, dass die Übersetzungsnote mindestens mangelhaft (= Note 5) ist. Die Feststellungsprüfung kann einmal wiederholt werden nach einer angemessenen Frist von in der Regel einem Jahr.

Teilnahmeberechtigt sind alle Schülerinnen und Schüler, die sich verbindlich für Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache angemeldet haben und in Latein im Jahreszeugnis der 9. Klasse mindestens ausreichende Kenntnisse (≤ Note 4) vorweisen können. Schülerinnen und Schüler, die in oder während der Jahrgangsstufe 10 zum Schulbesuch im Ausland beurlaubt sind und deshalb kein Jahreszeugnis der 10. Jahrgangsstufe erhalten, können mit Genehmigung des Schülleiters auch vor dem Antritt des Auslandsaufenthaltes an der Feststellungsprüfung teilnehmen, wenn sie nicht vorhaben, Latein nach der Rückkehr aus dem Ausland weiter zu belegen.

Den Schülerinnen und Schülern, die an der Feststellungsprüfung teilnehmen wollen, empfehlen wir, an einem eignes dafür eingerichteten "Latinum-Crash-Kurs" teilzunehmen. In diesem Kurs werden sie auf die Cicero-Lektüre und auf den Wörterbuchgebrauch vorbereitet.

Der Kurs beginnt in der Regel nach Abschluss der Abiturprüfungszeit und erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. fünf Wochen. Er findet in der Regel zwei Mal pro Woche für jeweils 45 Minuten statt. Der Prüfungstermin wird mit der Lehrkraft abgesprochen, die den Kurs erteilt und liegt in den letzten Tagen des Schuljahres, so dass bis dahin die Prüfungsvoraussetzungen und die mündliche Jahresfortgangsnote geklärt sind.

Die Schülerinnen und Schüler, die die Prüfung erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten in der Regel zusammen mit ihrem Jahreszeugnis auch ein vorläufiges Zeugnis zum Bestehen des Latinums. Der Erwerb des Latinums wird im Abiturzeugnis bestätigt.

Da nicht absehbar ist, ob das Latinum für einen gewählten Studiengang vorausgesetzt wird (weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier), empfehlen wir in jedem Fall die Teilnahme an der Feststellungsprüfung, wenn eine spätbeginnende Fremdsprache gewählt wird. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler können auf Antrag auch ohne vorherigen Besuch des Latinumkurses an der Prüfung teilnehmen. Allerdings empfehlen wir den regelmäßgen Besuch, um die Chancen des Erwerbs zu verbessern.

Im Schuljahr 2012/2013 wird Herr Kuba den Kurs und die Feststellungsprüfung abhalten.

Nach ihrer verbindlichen Entscheidung zur vierten Fremdsprache erhalten alle Schülerinnen und Schüler ein Anmeldeformular, in dem anzugeben ist, ob die Teilnahme an der Feststellungsprüfung gewünscht und dafür der Latinumskurs besucht wird. Bitte vergessen Sie auch nicht anzugeben, ob der mündliche Teil der Prüfung durch die mündliche Jahresfortgangsnote ersetzt werden soll.

Allen Schülerinnen und Schülern, die an der Prüfung teilnehmen, wünschen wir viel Erfolg.