So etwas hat die Schönborn-Arena seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen: Einbahnstraßenfußball vom Allerfeinsten. Und so sehr der unerfahrene Kommentator auch plärren mochte, am Endergebnis ("ja nicht Brasilien!") konnte er auch nichts ändern: Passend zur Jahreszahl 17 endete das Match 1:7.

Dabei waren die Lehrer noch ersatzgeschwächt, denn mit Weltmeisterin Greithanner, Gehret, Benkert und Tormaschine Süssner fehlten herausragende Spielerpersönlichkeiten. Der Moderator erkannte rasch, dass sich das Spielgeschehen hauptsächlich in der Hälfte der Abituria abspielte. Lehrer-Goalie Pfennig blieb nahezu beschäftigungslos und brauchte nur zwei- bis dreimal einzugreifen. Aus einer gesicherten Abwehr heraus, in der sich Chabaane, Hack, Stoßberg und Neubert nichts vormachen ließen, überbrückte man das Mittelfeld rasch und mit Keim, Röder, Karch, Schwab und dem unermüdlichen, aber im Abschluss unglücklichen Sepp Hardt kreierte man Torchancen en masse. Auch die Damen Wagner-Kubitza, Bähr, Keim-Ruck und Geiling fügten sich hervorragend ins Team ein. Ein unglückliches Kopfball-Eigentor brachte gleich in der 2. Spielminute die Pädagogen in Führung, und als Ernst dann in der 8. Minute ernst machte, schien das Spielchen mit der 2:0-Führung schon gelaufen. Eine kleine Unaufmerksamkeit in der Abwehr ließ die Abimannschaft zu einer ersten Chance kommen, doch die Kugel wurde sogar ins Seiten-Aus gedroschen.

Dann kam doch noch eine kleine Überraschung: Moritz Stahl stahl sich durch die Verteidigungsreihen der Lehrer und markierte in der 17. Minute das 1:2. Von allen Seiten strömten die Abiturienten aufs Spielfeld und formten liegend einen Kreis, der wie eine Orgie wirkte. Schon witterte der Plärrer von draußen neue Luft, forderte lautstarke Unterstützung für sein Team und ließ sich zu einer unschönen Bemerkung hinreißen: "Macht die Penner fertig!" Doch das Dream-Team war völlig unbeeindruckt, setzte sich wieder in der Hälfte des Gegners fest und vergab eine Chance nach der anderen. Ein knallharter Stoßberg-Freistoß strich nur haarscharf am Pfosten vorbei. Doch dann kamen die drei Minuten von Schwab: In der 26. Minute ein wunderschönes Kopfballtor und in der 29. Minute das 4:1, kurz vor dem Pausenpfiff.

In der Halbzeitpause war man sich sicher, dass man sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen wollte. Die Lehrer wirkten gelöst, während bei manchem Abiturienten schon die Einsicht zu reifen schien, dass man heute nichts mehr ausrichten würde.

Die zweite Halbzeit begann und es war immer dasselbe: Sepp Hardt hatte die meisten Chancen, vergab aber oft aussichtsreichste Gelegenheiten. Der Quatscher von draußen forderte immer noch drei Punkte (statt Tore) und warf dem Gegner sogar vor, das Ergebnis nur zu verwalten. Von seiner eigenen Mannschaft kamen nur gelegentliche Vorstöße, die meist verpufften. Sogar der Supersprinter Nick Przeliorz blieb blass und trotz seiner Schnelligkeit wirkungslos. Hervorzuheben ist allerdings die Leistung der beiden Torsteher, die eine zweistellige Niederlage im höheren Bereich zu verhindern wussten.

Erst gegen Ende der Partie, als bei den Abiturienten die Kräfte sichtlich nachließen, schaffte Ernst in der 49. Minute das 5:1, dem Stoßberg in der 54. Minute das 6:1 folgen ließ. Der von draußen brüllte: "Ja kein Brasilien! Ja kein Brasilien!" Dann, drei Minuten vor Schluss, wurde Ehrenspielführer Pfennig gegen Stoßberg ausgewechselt und erhielt einen Pokal überreicht. Er klatschte alle seine Mitspieler und einige Zuschauer ab. Er hatte in seinem 30. Spiel für das Schönborn-Gymnasium seinen höchsten Sieg errungen, was alle Anhänger der Lehrermannschaft sehr zufrieden stellte. Und pünktlich mit dem Schlusspfiff erzielte Akram Chabaane nach einer Traumkombination das schönste Tor des Spiels, wobei er nur den Fuß hinzuhalten brauchte.

Die Abituria '17 ist um eine Erfahrung reicher geworden. Shake hands und gut war's...

OStR Günther Pfennig