Meininger Bürgerbühne bringt authentisches Flüchtlingsdrama auf die Bühne des Schönborn-Gymnasiums

"Jemand muss unsere Geschichte erzählen, dass die Leute wissen, warum wir unser Land verlassen haben!"

Regie: Vivian Frey

Theater zum Anfassen gab es noch kurz vor Weihnachten für die achte und neunte Jahrgangsstufe in der Aula des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums. Unter dem noch frischen Eindruck des Terroranschlags von Berlin spielten vier junge Syrer ihre eigene Geschichte von Unterdrückung, Flucht und Neuanfang und setzten ein eindrucksvolles Zeichen der Völkerverständigung.

Maya, Aliaa, Louai und Ahmad - so ihre richtigen Namen - sind erst seit einem knappen Jahr in Deutschland, Maya war noch 15, als sie in Meiningen ankam. Hinter ihnen liegt das, was wir täglich in den Nachrichten hören und sehen können und auch schon bald nicht mehr wollen. Sie erzählen einem man irritierten, mal faszinierten jungen Publikum ihre Geschichte, nicht die eines Einzelnen, sondern ein Mosaik aus ihren vier Biographien.

Cornelia Boese - auch bekannt als Boese Souffleuse - begeisterte am 19. Dezember 2016 ihr schon sehr weihnachtlich gestimmtes "kleines Publikum" am Schönborn-Gymnasium durch ihre gereimten Märchen nach den Gebrüdern Grimm.

Ihren Namen verdankt die am 22.4.1970 in Würzburg geborene Musikerin, Künstlerin und Schauspielerin ihrer jahrelangen Tätigkeit am Würzburger Theater als "gute Fee im Kasten", wo sie den nicht ganz textsicheren Schauspielern die nötigen Worte einflüsterte.

Durch ihre schwedischen Wurzeln, wo das Reimen vor allem zur Weihnachtszeit ein Muss ist, kam sie bei Besuchen ihrer Großeltern schon früh der Poesie näher. Und weil sie keine gültige Fahrkarte hatte, erspielte sie sich ihre Freifahrt zum Polarkreis auf ihrer Geige, indem sie die anderen Fahrgäste unterhielt - heute vermutlich auch in der schwedischen Bahn undenkbar.